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Portfoliokonstruktion

Fremdwährungen ohne Prognose

Ein Rahmen zur Identifizierung von Währungsrisiken, zur Festlegung von Absicherungszielen und zur Steuerung von Fremdwährungsentscheidungen ohne Abhängigkeit von Prognosen.

Von David Okafor Partner, Head of Institutional Partnerships

5 Min. Lesezeit

Währungspaare auf einem Smartphone vor Bildschirmen mit Finanzmarktdaten

Währungen beeinflussen Portfolios über Vermögenswerte, Erträge, Verpflichtungen und künftige Ausgaben, oft in unterschiedliche Richtungen. Ein belastbarer Rahmen für Fremdwährungen beginnt damit, zu benennen, welche Unsicherheit relevant ist und was eine Absicherung schützen soll, statt mit einer Einschätzung der nächsten Wechselkursbewegung zu beginnen. Anschließend werden Instrumente, Liquidität und Entscheidungsbefugnisse miteinander verknüpft, damit die Umsetzung auch bei wechselnden Marktnarrativen konsistent bleibt.

Das Währungsrisiko vor der Währungseinschätzung benennen

Die auf einem Vermögensausweis angegebene Währung ist nur der Ausgangspunkt. Ein Unternehmen kann in einer Währung berichten, Einnahmen in mehreren anderen Währungen erzielen und seine Kosten in einer weiteren Währung tragen; ein Fonds kann durch seine Fondswährung und Finanzierung eine zusätzliche Ebene hinzufügen. Diese wirtschaftlichen Risiken können sich erheblich von den für die Berichterstattung verwendeten Portfoliobezeichnungen unterscheiden.

Die relevante Perspektive hängt zudem von der betrachteten Verpflichtung ab. Die Umrechnung in eine Berichtswährung beeinflusst den gemessenen Portfoliowert; ein künftiger Kapitalabruf, eine Ausschüttung oder eine Ausgabe der Familie begründet hingegen ein Zahlungsstromrisiko zu einem bestimmten Zeitpunkt. Die Zuordnung von Währung, Betrag, Zeitpunkt und zugrunde liegenden wirtschaftlichen Treibern verhindert, dass unterschiedliche Risiken in einer einzigen Nettogröße zusammengefasst werden.

Die zu steuernde Unsicherheit auswählen

Absicherungen können mehreren Zielen dienen: der Begrenzung von Schwankungen rund um eine bekannte Zahlung, der Stabilisierung ausgewiesener Werte oder der Verringerung des Währungseinflusses auf die Asset Allocation. Diese Ziele sind nicht austauschbar. Eine Strategie, die sich an kurzfristigen Liquiditätsbedürfnissen orientiert, kann anders ausgestaltet sein als eine Strategie, die auf den langfristigen wirtschaftlichen Wert ausländischer Vermögenswerte abzielt.

Keine Absicherung beseitigt die Unsicherheit in jeder Hinsicht. Die Verringerung von Umrechnungseffekten kann den Liquiditätsbedarf verändern, während die Fixierung des Wechselkurses für einen erwarteten Zahlungsstrom zu einer Fehlanpassung führen kann, wenn sich Betrag oder Zeitpunkt ändern. Die ausdrückliche Festlegung des Ziels und des akzeptablen verbleibenden Risikos macht diese Abwägungen sichtbar, ohne Vertrauen in eine Richtungsprognose vorauszusetzen.

Eine Währungsstrategie ist dann am stärksten, wenn sie zunächst die zu steuernde Unsicherheit definiert, bevor sie fragt, in welche Richtung sich ein Wechselkurs bewegen könnte.

Die Umsetzung schafft eigene Risiken

Forwards, Optionen und Währungsfinanzierungen verteilen Risiken unterschiedlich auf Preis, Flexibilität und Zahlungsströme. Laufzeit, Anpassungshäufigkeit, Gegenparteibedingungen und die Beziehung zwischen dem gewählten Instrument und dem zugrunde liegenden Risiko beeinflussen das Ergebnis. Eine Absicherung, die zwar namentlich, aber nicht hinsichtlich ihres Zeitpunkts oder Währungsverhaltens genau passt, kann ein erhebliches Basisrisiko bestehen lassen.

Die Liquidität des Portfolios ist ebenso relevant wie die Wirksamkeit der Absicherung. Nachschussforderungen oder Vertragsabrechnungen können fällig werden, wenn der zugrunde liegende Vermögenswert keine Liquidität bereitstellen kann – insbesondere in privaten Portfolios mit unsicheren Ausschüttungen. Eine gemeinsame Betrachtung von Absicherungen, verfügbarer Liquidität, erwarteten Verpflichtungen und gegenläufigen Währungsströmen vermittelt ein vollständigeres Bild, als jede Position isoliert zu messen.

Regeln, Ausnahmen und Überprüfung steuern

Eine praktikable Währungsstrategie legt fest, wer das Ziel bestimmt, wer sie umsetzt und welche Abweichungen genehmigungspflichtig sind. Bandbreiten können sich verändernde Vermögenswerte und unsichere Zahlungsströme berücksichtigen, ohne jede Bewegung in eine taktische Entscheidung zu verwandeln. Eine klare Dokumentation unterscheidet zudem bewusst eingegangene Währungsrisiken von Abweichungen, die durch veraltete Daten, verzögertes Rebalancing oder eine nicht erkannte Verpflichtung entstanden sind.

Am produktivsten ist eine Überprüfung, wenn sie untersucht, ob sich Risiken und Ziele verändert haben – und nicht, ob die letzte Markteinschätzung richtig war. Im Reporting lassen sich Bewegungen des zugrunde liegenden Vermögenswerts, Währungsumrechnungen, Absicherungsergebnisse und Umsetzungskosten getrennt ausweisen, damit jede Ursache nachvollziehbar bleibt. Diese Disziplin hält Devisenrisiken auch dann mit dem Zweck des Portfolios verbunden, wenn eine überzeugende Prognose die Aufmerksamkeit dominiert.

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